Liebe Leserin, lieber Leser,

haben Sie schon einmal einem Hund oder einer Katze eine frohe Botschaft ausgerichtet? Haben Sie schon einmal Hühnern oder Schwei­nen gepredigt?
Franz von Assisi soll dies getan haben - jedenfalls wird es von ihm berichtet. Eine schöne Darstellung dieser Legende befindet sich im Naumburger Dom: Dort steht der heilige Franz predigend, und eine Schar von Tieren hört ihm aufmerk­sam zu.
Ich meine, dass Tiere in der Regel nicht besonderen Wert darauf legen, unterschiedlichen Sermonen zu lauschen, aber für die frohe Bot­schaft der Art und Weise, wie wir mit ihnen umgehen, werden sie sicher offene Ohren und Herzen haben. - Die Botschaft kommt bestimmt an, wenn wir nur Fleisch aus der Region kaufen und uns gegen Produkte aus Spanien oder Ägypten wehren. Die Tiere werden die Kunde spüren, wenn Eier aus Massentierhaltung im Supermarkt verkommen und unser Handeln ein Umdenken bei den ver­antwortlichen Menschen erzwingt … Wenn uns die praktische Predigt im Tierreich so leicht gelingen kann, wird es uns sicher mit der frohen Botschaft bei unseren Mitmenschen auch keine Mühe machen.
Mit dem Evangelium Gottes ist es nicht schwer mit Wort und Tat Liebe weiterzugeben und Licht in das Dunkel zu bringen. Zwar ist das große Osterlicht noch nicht entzün­det und noch verbirgt die Dunkelheit der Passion das Licht. Aber wir wissen von Gottes großem Handeln und tragen die Hoffnung in uns. Mit Gottes Kraft wird es wieder hell - auch in diesem Jahr; ganz gleich, wo und wie sich die Dunkelheit aus­gebreitet hat. Gottes Licht scheint heller!
In einem Jugendlied heißt es: "Noch verbirgt die Dunkelheit das Licht, und noch sehen wir den Him­mel nicht. Doch der Tag, er steht schon vor der Tür. Herr, du kommst, wir danken dir dafür."
Ich wünsche Ihnen, dass die Bot­schaft dieses Liedes für Sie zur Gewissheit wird und Sie nicht erst zu Ostern erzählen können, wie wunderbar Gott wirkt - an Menschen und Tieren.

Herzlichst, Ihr Pfarrer

Ulrich Matthias Spengler